Varusschlacht
Wie Bauern Rom besiegten
Vor genau 2000 Jahren beendete die Varusschlacht die römische Besetzung Germaniens – mit Folgen, die bis heute spürbar sind.
Forscher fanden in Kalkriese Gruben mit Knochen – darunter dieser Schädel eines Kämpfers
Die Bewohner des heutigen Deutschlands hatten den Invasoren kaum etwas entgegenzusetzen. Sie lebten als Kleinbauern in Einzelgehöften und winzigen Dörfern, eine Geldwirtschaft war ihnen fremd, und in den Kampf zogen die meisten nur mit Schild und Speer. Ein Schwert oder einen Helm konnten sich die wenigsten leisten. Die Legionäre hingegen waren gedrillte und gepanzerte Berufssoldaten, und sie errichteten in dem ländlichen Germanien ganze Militärstädte mit zugehörigen Hafenkomplexen. Wer sollte sie aufhalten?
Doch die hochgerüstete Supermacht scheiterte ausgerechnet an diesem Flecken Land, der selbst nach damaligen Maßstäben arm und unterentwickelt war. Dies hatte mehrere Gründe, unter denen einer hervorragt: die Varusschlacht, auch Schlacht im Teutoburger Wald genannt. Im Jahr 9 nach Christus lockten Germanen um Arminius (eingedeutscht Hermann) drei Legionen unter Varus in einen Hinterhalt und vernichteten die Besatzungsarmee.Folgenreiches Blutbad
Das mehrtägige Gemetzel bildet einen der entscheidenden Wendepunkte der Geschichte: Die Expansion des „Roman way of life“ stoppte am Rhein. Hätte das Imperium wie geplant Germanien bis zur Elbe romanisiert, hätten weder das Mittelalter noch die deutsche Sprache noch England oder die USA entstehen können – jedenfalls nicht in der bekannten Form.Über all dies wird die neue Kolumne auf FOCUS Online berichten. Sie zeichnet nach, wie die römisch-germanischen Begegnungen ab dem ersten Zusammenprall 113 v. Chr. in die Eroberungspläne des Imperiums mündeten, schildert den fast 30-jährigen Krieg um das heutige Deutschland und beschreibt die Folgen bis in die Jetztzeit hinein.
Hochkarätige Ausstellungen
Zusätzlich wird die Kolumne aktuelle Ereignisse aufgreifen. Der Super-Jahrestag gibt Anlass für Sondersendungen, Ausstellungen und einen wahren Veranstaltungsmarathon. Das ZDF etwa sendet noch im März ein aufwendiges zweiteiliges Dokudrama über die Varusschlacht (22. und 29. 3., jeweils 19:30 Uhr). Am 16. Mai beginnt die größte Archäologie-Ausstellung, die es je in Deutschland gab: „Imperium Konflikt Mythos – 2000 Jahre Varusschlacht“. Gleich drei bedeutende Museen haben sich hier zusammengetan: in Haltern am See, in Kalkriese bei Osnabrück und in Detmold am Ort des Hermanndenkmals. Sie wollen auf dreimal tausend Quadratmetern diesen frühen Kampf der Kulturen beleuchten.(Quelle: focus)
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