Warum Silvester?

Veröffentlicht auf von Radio Sonnenschein


Nein, Silvester hat nichts mit Schaupspieler Sylvester Stallone zu tun. Obwohl die falsche Schreibweise vielfach auftaucht. Fakt ist, dass die meisten Menschen es an Silvester richtig krachen lassen. Aber warum heißt es so?

Und mal am Rande gefragt: Wenn es zum Jahreswechsel kein Glatteis gibt, wünsche ich dann trotzdem einen "guten Rutsch"? Eine Begriffserklärung:

Kater Sylvester wünscht Der letzte Tag des Jahres verdankt seinen Namen einem gewissen Silvester I. - der amtierte von 314 bis zu seinem Tod am 31. Dezember 335 als Bischof von Rom und als Papst. Seit dem 5. Jahrhundert wird seiner gedacht.

Die Bedeutung Silvesters wuchs aus einer Legende: Er soll durch Handauflegen den am Aussatz erkrankten Kaiser Konstantin geheilt haben. Zum Dank ließ sich der Kaiser von Silvester taufen. Und er setzte noch einen drauf: Er erkannte den Papst als kirchliches Oberhaupt neben sich an - die Legende von der Konstantinischen Schenkung. So konnten die Päpste im Mittelalter ihre weltlichen Machtansprüche durchsetzen.

Der heute von Katholiken verehrte Silvester gilt als Schutzheiliger für Haustiere und für ein gutes, neues Jahr. Sein Todestag wird seit der kirchlichen Festlegung des Neujahrsbeginns auf den 1. Januar (das war im 17. Jahrhundert) auch als offizieller Feiertag begangen. Es gelang der katholischen Kirche allerdings nicht, heidnische Bräuche auszumerzen. Wie in vorchristlicher Zeit wird der Jahreswechsel darum auch heute noch zum Vertreiben böser Geister mit lautem Krachen und Feuerwerk gefeiert.

Damit wäre die Frage nach den Böllern und Raketen auch schon mal geklärt. Was hat es also mit dem "guten Rutsch" auf sich? Jedenfalls nichts mit Glatteis - so viel ist sicher. Der "Rutsch" leitet sich nach Ansicht vieler Sprachforscher vom hebräischen Wort für Neujahr ab: Rosch Haschana (Kopf/Anfang des Jahres). Das Neujahrsfest wurde am 1. und 2. Tag des jüdischen Monats Tischrei gefeiert. Und in der jiddischen Sprache wurde bei der Bezeichnung für das Fest aus dem hebräischen "Rosch" ein "Rutsch".

Der Begriff floss wie viele andere jiddische Wörter in die deutsche Sprache ein - wie "malochen", "meschugge" und "Stuss". Mit einem "guten Rutsch" wünscht man also einen "guten Anfang". Einige Wissenschaftler leiten den Silvesterwunsch allerdings auch vom alten Wort "Rutsch" für "Reise" ab.

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