Sternbilder im Oktober

Veröffentlicht auf von Radio Sonnenschein

 Sternenhimmel; Symbolische Sternbilder für Stier, Krebs, Löwe

Auf den ersten Blick ändert sich zu Beginn der Oktobernacht nicht viel am Himmel, im Vergleich zum Vormonat: Die Sonne geht jetzt bereits zwischen sechs und sieben Uhr unter - so viel früher als im September, dass sie die Bewegung der Sterne nach Westen fast ausgleicht.

Sternkarte für den Monat OktoberDer Sternenhimmel nach Sonnenuntergang ist also fast der gleiche wie im September. Rund zwei Stunden später ist auch der letzte Hauch der Abenddämmerung verschwunden. Nur noch etwa zehn Stunden Tageslicht - und dafür neun bis zehn Stunden rabenschwarze Nacht! Und in dieser Zeit tut sich einiges am Himmel.

Das Herbstviereck rückt heran

Sternbild Pegasus Die Sommerbilder, gerade noch im Westen zu sehen, werden von Pegasus verdrängt, dem geflügelten Pferd. Seine vier hellsten Sterne bilden das markante Herbstviereck, das jetzt allmählich hoch an den südlichen Himmel steigt. Nach der griechischen Sage zeugte der Meeresgott Poseidon mit der Gorgone Medusa das geflügelte Ross. Als Perseus Medusa köpfte, entsprang Pegasus ihrem Nacken. Mit seinen Hufen schlug er die Quelle Hippokrene, die dichterische Inspiration verleiht. Daher steht Pegasus als Symbol für die Dichtkunst.

Im Gefolge von Pegasus kommt eine königliche Familie heran: König Kepheus und seine Frau Kassiopeia, die Mutter der schönen Andromeda. In den kommenden Monaten spielen diese Herbstbilder eine bedeutende Rolle am Firmament.

Prinzessinnen, Meeresgötter, Helden

Sternkarte mit den Herbst-SternbildernUm Mitternacht steht das leuchtende "W" der Kassiopeia im Zenit - senkrecht über Ihnen, als Krönung der Herbstbilder. In der griechischen Mythologie ist sie die eitle Frau des Königs Kepheus. Weil sie sich schöner glaubt als die Töchter der Nereiden, die Meeresnymphen, erweckt sie den Zorn des Meeresgottes Poseidon. Um Kassiopeia zu bestrafen, soll ihre Tochter Andromeda an einen Felsen im Meer gekettet werden, um Opfer der Meeresungeheuer zu werden. Doch Perseus rettet sie und erhält sie dafür zur Frau. Am Nachthimmel ist Andromeda immer noch angekettet zu sehen. In ihrem Sternbild befindet sich auch der mit bloßem Auge sichtbare Andromedanebel, eine Nachbargalaxie unserer Milchstraße. Mutter Kassiopeia wurde so an den Himmel verbannt, dass sie zur Strafe für ihre Eitelkeit die Hälfte der Zeit kopfunter hängt.

Wasserwesen

Unter der Königsfamilie tummeln sich zahlreiche Wasserwesen dicht über dem südlichen Horizont: Fische, Wassermann und Walfisch sowie ein kleiner Teil der Südlichen Fische - mit dem Riesenstern Formalhaut. Die Wasser-Sternbilder sind schwer zu sehen, da sie sich nur aus Sternen zweiter Größenklasse und schwächer zusammensetzen.

Sternbild WassermannDoch den Wassermann sollten Sie ruhig einmal unter die Lupe nehmen, wenn Sie ein gutes Fernglas oder gar ein Teleskop dabei haben. Denn in diesem Sternbild finden Sie viele reizvolle Deep-Sky-Objekte wie Galaxien und Kugelsternhaufen. Dazu sind zwei Planetarische Nebel zu sehen: der Saturnnebel und der Helixnebel, der größte und uns nächstgelegene Planetarische Nebel.

Immer zu sehen - aber immer wieder anders

Zirkumpolare SternbilderDer Große Bär (auch: Großer Wagen) hat sich in sein Herbstquartier tief im Norden zurückgezogen. Aber auch von dort hilft er Ihnen bei der Sternsuche: Verlängern Sie die hintere Achse des Wagens ums Fünffache, so treffen Sie genau auf den Polarstern, um den sich hier alles dreht. Denn Großer Bär und Kassiopeia sind so genannte zirkumpolare Bilder für Bayern: Sie gehen niemals unter, sondern kreisen im Lauf der Nacht um den Polarstern.

Vorboten des Winters

Im Osten tauchen jetzt im Oktober neue Bilder aus dem Tierkreis auf: Neben den Fischen finden Sie zunächst den unscheinbaren Widder. Noch ein Stück weiter reckt bereits der Stier den Kopf über den Horizont im Osten. Bei ihm sind auch die Plejaden zu sehen, sichere Vorboten des Winters. Gegen Mitternacht gehen allmählich auch die Winterbilder Orion und Zwillinge auf, drei Stunden später erhebt sich Sirius, der hellste Stern unseres Firmaments. Bis zum Morgen ist das ganze Wintersechseck am östlichen Himmel versammelt.

Die ersten und letzten Lichter, die am Sternenhimmel erstrahlen,  sind meist keine wirklichen Sterne, sondern "Wandelsterne", die Planeten unseres Sonnensystems.

(Quelle: U.S. Naval/dpa/br/werg)

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