Der schleichende Verfall...

Veröffentlicht auf von Radio Sonnenschein

Gleich zu Beginn die gute Nachricht: Der Demenz kann offenbar getrotzt werden. Das zeigt eine einzigartige Studie aus den USA. Alzheimerforscher begleiteten dort Nonnen über mehrere Jahre und testeten immer wieder ihre geistigen Fähigkeiten. Doch das war nicht alles. Die Forscher durften auch nach dem Tod der Schwestern ihr Gehirn auf Anzeichen von Alzheimer untersuchen. Bei manchen Nonnen war das Ergebnis wie erwartet.

Die Nonnen hatten zu Lebzeiten Alzheimersymptome und in ihren Gehirnen fanden die Forscher die entsprechenden Ablagerungen wie Plaques. Doch bei anderen Nonnen grenzte das Untersuchungsergebnis an ein medizinisches Wunder: Sie hatten teilweise ein Gehirn, das nach der offiziellen medizinischen Klassifikation den Demenzgrad 6 aufwies – und damit das Alzheimer-Endstadium. Doch diese Nonnen waren zu Lebzeiten topfit, ohne jegliche Einbußen bei den Tests auf ihre geistige Leistung. Die Forscher spekulieren nun, dass die für Nonnen typische hohe geistige und körperliche Aktivität bis ins hohe Alter möglicherweise eine Art Schutz bewirken kann.

Vorbeugung ist möglich

Mann spielt Schach Auch andere Studien belegen: Man kann im Leben etwas tun, um sich gegen Alzheimer zu schützen. Wer seine grauen Zellen trainiert, baut nach Ansicht einiger Forscher Reserven im Gehirn auf. Sie wirken wie ein Schutz vor dem frühzeitigen geistigen Verfall. In einer Studie wurde untersucht, welche Art von Freizeitbeschäftigung am besten schützt. Dabei kam Musizieren besonders gut weg. Möglicherweise ist das ein Grund, warum manche hoch betagte Musiker auch im Alter so vital sind. Aber auch Tanz, also die Verbindung aus Musik und körperlicher Aktivität, wirkte laut Studie wie ein Demenzschutz. Einen deutlich schwächeren Effekt haben dagegen Aktivitäten wie Lesen oder Lösen von Rätseln.

Auch die Ernährung spielt bei der Vorbeugung vor Alzheimer eine Rolle, glauben Wissenschaftler. Denn eine gute Durchblutung des Gehirns wird durch ein intaktes Herz-Kreislauf-System garantiert. Und gerade die Kreislaufgesundheit lässt sich gut mit einer ausgewogenen Ernährung unterstützen. Nachweislich eine gute Wirkung haben Omega-3-Fettsäuren, die reichlich in Fisch enthalten sind. Eher schlecht ist eine fettreiche Ernährung. Vor allem dem Cholesterin kommt möglicherweise ein besondere Bedeutung zu. Denn das Blutfett könnte nach neueren Untersuchungen nicht nur die Arterienverkalkung begünstigen, sondern auch direkt den Verlauf der Alzheimererkrankung beschleunigen.

Heilung ist nicht möglich

Doch klar ist auch: Vorbeugende Maßnahmen können keinen umfassenden Schutz vor Alzheimer bieten. Sie können Alzheimer höchstens hinauszögern, aber am Ende nicht verhindern. Ist die Krankheit ausgebrochen, ist dennoch Hilfe möglich. Denn es gibt einige Medikamente, die den geistigen Verfall nachweislich verlangsamen können. Es handelt sich dabei um Tabletten, die in den Gehirnstoffwechsel eingreifen und die Kommunikation zwischen den Nervenzellen verbessern. Doch heilen können sie nicht. Ein Grund dafür: Die Krankheit beginnt schon Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, bevor sich die ersten Symptome zeigen. Wenn die Betroffen vergesslich und orientierungslos werden, sind schon Teile des Gehirns unwiederbringlich zerstört.

(Quelle: deutsche-alzheimer.de/wdr/werg)

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