Rettet Nemo!

Veröffentlicht auf von Radio Sonnenschein

Der Clownfisch, ein Bewohner des Great Barrier Reefs in AustralienNemo, der kleine Clownfisch aus dem Zeichentrickfilm hat das weltberühmte Great Barrier Reef noch berühmter gemacht. Es ist das größte zusammenhängende Korallenriff-System der Erde, ein Naturweltwunder, das Jahr für Jahr über zwei Millionen Besucher anlockt. Die bescheren dem Land Einkünfte von umgerechnet über drei Milliarden Euro. Doch das Riff ist in Gefahr: Wegen der steigenden Wassertemperaturen sind viele Korallen in den vergangenen Jahren abgestorben. Australien finanziert nun umfangreiche Forschungsarbeiten zum Schutz des Riffs.

Wir haben Nemo gefunden!

Den kleinen Clownfisch des Zeichentrickfilms, der das weltberühmte Great Barrier Reef Australiens noch berühmter gemacht hat. Es ist das größte zusammenhängende Korallenriff-System der Erde, ein Natur-Weltwunder und ein Paradies für Taucher.

Aber das Riff hat in den letzten Jahren immer wieder schlimme Schlagzeilen gemacht: Mit steigenden Temperaturen des Meerwassers kam es zu riesigen Ausbleichungen der Korallen. Die heilten wieder aus. Doch das Riff bleibt in Gefahr.

Schwärme von Fischen tummeln sich auf dem Riff: Ein großer Teil der Korallenbänke ist Naturschutzgebiet, Fischen verboten. Wir sind unterwegs über dem Agincourt-Reef, nordöstlich von Cairns, der Metropole des Rifftourismus.

Great Barrier ReefDies ist eine der sechs Besucher-Plattformen auf dem Great Barrier Reef. Ziel für Tagestouren mit schnellen Booten. Die Pontons gehören Reiseveranstaltern, sie stehen unter strenger Aufsicht der Naturschutzbehörden. In eng begrenztem Areal kann man hier auf verschiedene Weise unter Wasser gehen.

Über zwei Millionen Besucher kommen pro Jahr auf das Great Barrier Reef. Solch’ Massentourismus bringt Australien Einkünfte von umgerechnet über drei Milliarden Euro. Ein Vielfaches dessen, was etwa die Fischerei hier einbringt. Ginge das Riff kaputt, blieben die Touristen weg.

Auch darum hat Australiens Regierung großes Interesse daran, die Korallenbänke zu schützen.

Australien finanziert umfangreiche Forschungsarbeit zum Schutz des Riffs. Hier im "Institut für Meeresforschung" bei Townsville arbeiten zwei Wissenschaftlerinnen aus Deutschland. Dr. Britta Schaffelke und Dr. Katharina Fabricius betreuen ein Forschungsprojekt zur Wasserqualität.

Aber wer ist Schuld an der Gefährdung des Riffs?

Die küstennahen Korallenriffe im tropischen Queensland von Australien liegen dort, wo Flüsse und Bäche ins Meer münden und ihre Sedimente ablagern. Belastet mit ausgeschwemmten Düngemitteln und Herbiziden der intensiven Landwirtschaft hier.

Das eigentliche Große Barriere Riff liegt weit draußen im Meer und wird von direkten Ablagerungen verschont. Aber es gibt indirekte Folgen.

Magnetic IslandSo sieht ein krankes Riff aus. Katarina Fabricius taucht vor Magnetic Island, nicht weit von Townsville an der Küste. Die vom nahen Festland eingeschwemmten Sedimente lassen Algen wuchern. Die Korallen werden buchstäblich erstickt. Vor allem nach hier in den Tropen ja häufigen großen Regenfällen lagert sich der Schmutz ab. Dies ist kein Taucherparadies.

Zuckerrohrfelder von Horizont zu Horizont: Die Farmen von Queensland praktizieren praktisch Monokultur. Was von den Feldern ins Meer gewaschen wird, schadet dem Riff.

Einige Farmer haben das inzwischen eingesehen und suchen nach Methoden, mit denen das Auswaschen verhindert werden kann. Vorreiter ist die Farmerfamilie Dore: Ihre Erntemaschinen werden vom Satelliten- System GPS gesteuert. Sie bleiben bei jeder Ernte in den gleichen Fahrspuren. Die Brüder Dore setzen auf sogenannte "Präzisionslandwirtschaft".

"Dabei gibt es eine Wachstumszone für die Pflanzen", sagt Zuckerfarmer Greg Dore, "und eine Belastungszone für die Reifen der Maschinen. Das macht das Pflügen überflüssig. Wir werden die Erde hier praktisch nicht mehr aufbrechen. Darum wird kein Erdreich mehr aufs Riff hinausgeschwemmt." Der Staat unterstützt finanziell das Modellverfahren der Dore-Brüder. Aber noch praktizieren erst wenige Farmer diese Art von Umweltschutz.

Katharina Fabricius geht geradezu liebevoll um mit ihren Schützlingen: Den Korallen. Der neueste Feind des Great Barrier Reefs ist zur Zeit der Dornenkronenseestern. Der vermehrt sich besonders stark in sedimenthaltigen Gewässern an der Küste. Sie sieht Indizien dafür, dass dies indirekte Auswirkungen hat: Auf das große Riff draußen im Meer.

Der Dornenkronenseestern stülpt sich über die Korallen und frisst sie ab. Zurück bleiben nur die toten Skelette. Derzeit erlebt das Riff ungewöhnlich viele Seestern-Attacken.

Das Great Barrier Reef bleibt gefährdet

Aber ein Großteil des Riffs steht unter Naturschutz, Australien sucht nach weiteren Wegen, es zu schützen. Schon des lukrativen Tourismus-Geschäfts wegen. Damit geht es diesem Riff besser als denen in der Dritten Welt, in Asien zum Beispiel. Ihnen wird weniger internationale Aufmerksamkeit gewidmet.

Ganz so schlecht sind die Aussichten nicht: Für Nemo. Und seinen Vater...

(Quelle: geolino.de/ahemsblogs/odyssei.com/ws/ard/werg)

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