Restlos Sauber ?...

Veröffentlicht auf von Radio Sonnenschein

Auf der Spur der Bakterien

Küchenschwämme sind nicht so harmlos wie sie aussehen. Bis zu drei Milliarden Keime können sich pro Milliliter darin verbergen. 

              
Die Krankheitskeime bleiben auch an Geschirr und Lebensmitteln haften und können krank machen. Zwei Schülerinnen aus Berlin haben zehn verschiedene Küchenschwämme unter die Lupe genommen. Mit ihren Tests haben sie einen dritten Preis bei "Jugend forscht“ gewonnen.

Dem Robert-Koch-Institut zufolge erkranken jährlich etwa 60 Millionen Menschen an Magen-Darm-Infektionen. Nicht selten holen sie sich die Infektion in der Küche. Vor allem der ständig feuchte Küchenschwamm hat ein reges Eigenleben: Mehrere Millionen Keime pro Milliliter Spülflüssigkeit tummeln sich dort. Werden damit Arbeitsgeräte oder Geschirr abgewischt, gelangen die Erreger in die Nahrungsmittel und über das Essen in den Darm.

Wie gefährlich Küchenschwämme als Nährboden für Krankheitserreger wirklich sind, wollten zwei Berliner Schülerinnen wissen. Bei zehn verschiedenen Schwämmen wrangen sie das Schwammwasser in einem Gefäß aus, entnahmen mit einer Einwegspritze einen Milliliter Spülflüssigkeit, trugen diese auf einen Nährboden auf und zählten nach ein paar Tagen die Anzahl der darin enthaltenen Keime.

Die Ergebnisse waren erstaunlich:

Je nach Haushalt und Verwendung des Küchenschwamms änderte sich die Keimzahl. Insgesamt fanden sich Keimzahlen zwischen 20 Millionen und drei Milliarden Keime pro Milliliter Spülflüssigkeit. Ein vier Tage alter und täglich ausgewaschener Schwamm wies die wenigsten, ein nie gereinigte Schwamm die höchste Keimzahl auf.

- Wichtig ist, den Schwamm regelmäßig zu waschen, wenn man ihn benutzt. Das kann die Keimzahl um etwa den Faktor 10 senken.

- Ein neuer Schwamm erreicht seine maximale Anzahl an Keimen nach etwa sechs Tagen.
Gelangen Keime aus Schwämmen in Nahrungsmittel, erhöhen sie dort die Keimzahl erheblich und beschleunigen das Verderben des Lebensmittels.

- Speisen verderben schneller, wenn sie in Gefäße gefüllt werden, die zuvor Kontakt mit dem verunreinigten Schwamm hatten – selbst wenn die Aufbewahrungsbehälter danach vollständig ausgetrocknet waren.

Weg mit den keimbelasteten Küchengeräten

Wie kann die hohe Keimbelastung in der Küche vermieden werden? Die Jungforscherinnen aus Berlin geben Tipps:

- Waschen Sie Ihre Küchenschwämme regelmäßig in der Spülmaschine durch. Das reduziert die Keimbelastung am effektivsten.

- Wer weniger Zeit hat, kann den Schwamm auch zwei Minuten in die Mikrowelle (max. 800 Watt) legen. So lässt sich die Keimzahl von drei Milliarden auf sechs Millionen reduzieren.

- Plastikbrettchen sind nicht keimfreier als ihresgleichen aus Holz. Studien der 90er Jahre zufolge sind Holzbrettchen den Plastikbrettern gleichwertig wenn nicht sogar überlegen. Denn sie trocknen schneller, die Zahl der Keime auf der Oberfläche sinkt rascher.

- Wichtig beim Holz- wie Plastikbrett: Zwischen zwei Arbeitsgängen wie zum Beispiel Salat zubereiten und Fleisch schneiden sollte die Unterlage mit heißem Wasser gesäubert werden.

- Reinigen Sie nicht alles mit einem Schwamm, sondern nehmen sie einen für das Geschirr, einen zweiten für die Arbeitsfläche, einen dritten für den Boden.

- Küchentücher sollten aus Baumwolle sein und alle zwei Tage gewechselt werden. Für die Hände immer eine Extratuch benutzen.

(Quelle: F U Berlin/Stiftung Jugend forscht e.V./rbb/werg)

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