China und die Spatzen

Veröffentlicht auf von Radio Sonnenschein

In Lastwagen werden die toten Spatzen abtransportiert Mao Tse-tung, Chinas großer Vorsitzender, will das Reich der Mitte revolutionieren – koste es, was es wolle! Mit umstrittenen Kampagnen wie dem "Großen Sprung" oder der „Kulturrevolution“ bringt er viel Leid übers Volk. 1957 befiehlt Mao eine besonders abstruse Aktion: Er will Ernteausfälle bekämpfen und ruft zum Krieg gegen die Schuldigen auf, die angeblich zu viel Getreide vertilgen. Zum Krieg gegen den Spatz! 600 Millionen Chinesen müssen gegen den gefiederten Volksfeind antreten. Sie veranstalten einen infernalischen Lärm, um die sensiblen Vögel so zu ängstigen, dass sie so lange in der Luft umherschwirren bis sie schließlich erschöpft oder tot zu Boden fallen. Am Ende haben die Chinesen an die zwei Milliarden Tiere erschlagen.

Ernteausfälle und Hungernöte

Die Spatzen sind tot, der Hunger bleibt. Arbeiter auf einem FeldAber Maos Spatzenkrieg gerät zum Desaster: Die Ernteausfälle steigen dramatisch an, eine große Hungersnot beginnt. Kein Wunder: Fressen doch Spatzen sehr gerne Getreideschädlinge! China muss nun Spatzen importieren – ausgerechnet vom ungeliebten Nachbarn Russland. Für Mao eine Riesen-Blamage. Bis heute aber ist der Spatz in China rar geblieben.

(Quelle: bpb.de/nabu.de/br/werg)

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