Unentdeckte Welten

Veröffentlicht auf von Radio Sonnenschein

 Höhlentauchen © picture-alliance / Photoshot/Oce Fotograf: Charles HoodWasser – ein zerstörerisches Element. Mehr als drei Millionen gesunkener Schiffe werden noch auf dem Meeresboden vermutet – unentdeckt. Aber was der Ozean schluckt, das konserviert er. Abgeschlossen vom Sauerstoff bewahrt Wasser Holz und Textilien lange vor dem Zerfall.

Die Meere verbergen ihre Geheimnisse gut

Doch Archäologen und Abenteurer fahnden nach ihren Schätzen. Vor Neufundland etwa ruht: Das berühmteste Wrack. Es war die erste und die letzte Fahrt des Luxusschiffes.

Nur drei Stunden dauerte der Untergang. 1.500 Menschen starben. Der Name des Katastrophen-Schiffes: Titanic. 73 Jahre lang war das Wrack verschollen.

Bis er sich auf die Suche danach machte: Robert Ballard. Der amerikanische Forscher hatte einen Tauchroboter mit Kamera entwickelt. Mit ihm filmte er in 3.800 Metern Tiefe die Reste des ehemaligen Prunkschiffes.

Der medienwirksame Fund gab Ballard die Gelegenheit, seinen Roboter auf der ganzen Welt bekannt zu machen. Das Wrack wollte der Forscher allerdings nicht heben. Denn für Ballard war die Titanic ein Friedhof, der ungestört bleiben sollte.

Unterwasserfunde bringen über Wasser viel Geld

Seriöse Forscher belassen ihre Funde inzwischen oft geschützt am Meeresgrund, weil sie an der Luft schwer zu erhalten sind. Bloß... mit vielen Unterwasserfunden kann man über Wasser viel Geld verdienen.

North Carolina: Hier entdeckten Abenteurer den größten Schatz. Es war eine gewaltige Unternehmung. 161 Investoren finanzierten die Schatzsuche der "Columbus-America Discovery Group". 10 Millionen Dollar waren bereits ausgegeben, bevor die Abenteurer irgendetwas fanden. Aber dann war sie da: Die SS Central America, ein 1857 gesunkenen Schaufelraddampfer. An Bord: 21 Tonnen Gold.

Der geschätzte Wert: Mehr als 150 Millionen Dollar. Bis auf wenige Münzen ist der gesamte Schatz verkauft.

Die Reise zum Mittelpunkt der Erde

Im Pazifik, 2.000 km östlich der Philippinen liegt: Der entlegenste Punkt der Meere. Zu tief, um von Menschen bereist zu werden! So hieß es, bis zum 23. Januar 1960. Da brach der Schweizer Jacques Piccard mit seinem U-Boot Trieste zu einer Rekordfahrt auf.

Über Stunden sank die Kapsel, dann erreichte Piccard den Meeresboden: in 10.916 Metern Tiefe. Bis heute war kein Mensch dem Mittelpunkt der Erde so nahe wie Piccard und seine Mannschaft. Und sie fanden dort Leben – einen Fisch. Bis zu diesem Tauchgang hatte man geglaubt, in dieser Tiefe sei kein Leben möglich – ein Irrtum.

Das Bathyscaphe Trieste: Das U-Boot, mit dem Jacques Piccard und der amerikanische Offizier Don Walsh im Mariannengraben 10.916 Meter tief tauchten und den bis heute ungebochenen Welrekord aufstellten, war die Erfindung seines Vaters, des Schweizer Physikers Auguste Piccard.

Der hatte im Ballon die Stratosphäre erforscht und auch sein U-Boot funktionierte wie ein Ballon. Er nannte es Bathyscaphe nach den griechischen Wörtern "bathos" für Tiefe und "skaphos" für Schiff. Der größte Teil von Trieste war ein mit Benzin gefüllter 15 Meter langer Auftriebskörper. Daran hing eine Stahlkugel, die zwei Passagieren Platz bot. Da Benzin leichter ist als Wasser, schwamm das U-Boot ohne Zusatzgewicht. Jacques Piccard und Don Walsh benötigten 4 Stunden und 48 Minuten, um die 10 Kilometer an den Grund zurückzulegen. Sie blieben eine halbe Stunde dort und stiegen in 3 Stunden und 17 Minuten wieder auf. Seither hat kein Mensch mehr die tiefste Stelle der Weltmeere besucht oder ist auch nur annähernd so tief getaucht.

Unentdeckte Spezies in der Tiefe

Unentdeckte Spezies in der Tiefe Auch heute werden nirgendwo so viele neue Arten entdeckt wie unter Wasser. Auf der ganzen Welt suchen Forscher: die neueste Spezies.

Zehnmal so viele Arten wie an Land vermuten Forscher unter Wasser. Seit sechs Jahren läuft im Meer eine systematische Volkszählung, durchgeführt von 2.000 Meeresbiologen. Allein in diesem Jahr haben sie schon mehr als 500 neue Spezies entdeckt.

Unter den wunderlichsten Neuentdeckungen: ein winziger Parasit, der sich im Maul von Fischen einnistet. Er frisst ihre Zunge und setzt sich dann selbst an deren Platz.

Auf den Spuren der Geschichte

Im Schlick vor Ägypten ruhte: Die sagenhafteste Stadt. Im Schlick vor Ägypten ruhte: Die sagenhafteste Stadt. Viele Wissenschaftler dachten schon, sie sei bloß eine Erfindung der antiken Autoren. Aber 2001 wurde aus der sagenhaften Stadt erforschbare Wirklichkeit. Thonis war einst der Mittelpunkt des Pharaonenreiches – der größte Mittelmeerhafen. Bis die Stadt im achten Jahrhundert nach einem Erdbeben unterging.

Ihre Entdeckung liefert neue Hinweise auf die Beziehung zwischen Ägyptern und Griechen. Dank dieser Stele wissen Archäologen heute: Es gab in Ägypten schon einige Jahrhunderte vor Alexander dem Großen eine Metropole mit vielen griechischen Einwohnern. Denn diese Inschrift zeigte: Thonis ist die gleiche Stadt wie das antike Herakleion der Griechen.

Der Entdecker, Franck Goddio, fand in der gleichen Bucht noch Alexandria und Kanopus. Und... Atlantis? Danach sucht er nicht.

Aber, wer weiß, unter Wasser ist schon vieles entdeckt worden, das vorher unglaublich schien.

(Quelle: ndr/werg)

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