Lunar X Prize

Veröffentlicht auf von Radio Sonnenschein

Die erste private Mission zum Mond

Animation des ersten privaten Fluges zum Mond Krabbelnde Rover, zischende Antriebsdüsen, schraubende Ingenieure: Im Internet kann man derzeit immer öfter Videos von privaten Raumfahrt-Konstrukteuren bestaunen. Sie alle behaupten ernsthaft, eine eigene Mission zum Mond vorzubereiten! 17 Teams nehmen derzeit weltweit am "Google Lunar X Prize" teil.

Insgesamt 30 Millionen Dollar (Hauptpreis plus Boni) können bei diesem Wettbewerb gewonnen werden. Die Aufgabe: einen Roboter erfolgreich auf der Mondoberfläche absetzen. Der Haken: Ohne jede staatliche Unterstützung muss die Mission bis Ende 2014 abgeschlossen sein. Die Teams müssen sich also privat finanzieren und haben nur noch fünf Jahre Zeit.

Erfolg mit Wettbewerb

Vision des ersten privaten MondroversDie X Prize Foundation richtet den Wettbewerb zusammen mit dem Web-Suchmaschinenbetreiber Google aus und will laut Vorsitzendem Peter H.Diamandis "erneut beweisen, dass kleine entschlossene Teams erreichen können, was man früher nur Regierungen zutraute". Denn das ist der Stiftung schon einmal gelungen: Als 2004 ein amerikanisches Team mit der Space Ship One den ersten privaten Weltraumflug beim "Ansari X Prize" durchführte. Doch diesmal ist die Herausforderung an die Do-it-Yourself Ingenieure noch weit größer: Zum Mond fliegen, dort weich landen, einen Roboter mindestens 500 Meter fahren lassen und HD-Videoaufnahmen zur Erde senden.

Teilnehmer aus der ganzen Welt

Mondrovermodell des deutsch-chinesischen TeamsDie meisten der bislang 17 Teams kommen zwar aus den USA, aber es sind auch drei aus dem asiatischen Raum und vier europäische Teams dabei. Markus Bindhammer ist bislang der einzige deutsche Teilnehmer. Er leitet das deutsch-chinesische Team Selene mit Sitz in Shanghai. Der gelernte Mathematiker will bei seinem Rover auf einfachste Technologie setzen und ihn nicht mit einem Elektromotor, sondern mit Sprengstoff antreiben. Für die teure Mission zum Mond fehlen ihm noch die großen Sponsoren. Vielleicht ist der deshalb "nicht hundertprozentig davon überzeugt, dass wir den ersten Platz machen, vielleicht ist es nur unsere Aufgabe, andere Teams zu pushen und neue Ideen einzubringen".

Originelle Ansätze und Allianzen

Mondrover-Modell des US-Teams Die Teams könnten unterschiedlicher nicht sein: Mini-Initiativen, Zusammenschlüsse von Universitäten, erfahrene Roboter- und Raumfahrtkonstrukteure. Oder das Team Frednet: Es arbeitet wie die Community beim Computerbetriebssystem Linux als offene Internet-Plattform, an der sich Ingenieure aus der ganzen Welt beteiligen können.

So verschieden wie die Teams sind auch ihre Strategien. Originell etwa der Ansatz des rumänischen Teams ARCA: Um sich einen teuren Raketenstart vom Erdboden zu sparen, wollen sie ihr Gefährt von einem Riesenballon aus 18 Kilometer Höhe abschießen. Die Wettbewerbsregeln erlauben auch, dass Teams sich zusammenschließen oder Leistungen der Luft- und Raumfahrtindustrie einkaufen - solange alles privat finanziert wird.

Startraketen für die erste Phase des Mondfluges müssen die Teams also nicht selbst entwickeln, sie können sie quasi "mieten". Aber ein solcher Start kostet viele Millionen Dollar. Sponsoren oder Partner suchen die Teams deshalb mindestens so dringend wie technische Lösungen.

Besuch bei Apollo 11?

Roboter-Entwickler William Red Whittaker In Pittsburgh, befindet sich eines der technisch versiertesten Teams: Astrobotic, angeführt von dem erfahrenen Roboterentwickler William Red Whittaker am Robotics Institute der Carnegie Mellon University. Er hat schon Roboter konstruiert, die havarierte Atommeiler untersuchten, und mit seinen Mitarbeitern zahlreiche anspruchsvolle Wettbewerbe gewonnen. Ziel seiner Gruppe ist es, in der Nähe des Landeplatzes von Apollo 11 ihren Mondrover abzusetzen. Der soll dann den zurückgebliebenen Teil der Landefähre, die US-Flagge, die wissenschaftlichen Geräte und Fußabdrücke der Apollo Crew untersuchen. "Für mich wäre das die Krönung meiner Karriere," meint Red Whittaker. Und sein Team ist ehrgeizig: Bereits Ende 2010 wollen sie starten!

(Quelle: Astrobotic Technology/wdr/werg)

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