Die größten Technik-Mythen

Veröffentlicht auf von Radio Sonnenschein

Festplatten müssen regelmäßig defragmentiert werden  
 
Stimmt nicht. Die Redakteure des renommierten US-Magazins „PC World“ haben in Labortests überhaupt keine Leistungssteigerung durch Defragmentierung feststellen können. In ähnlichen Tests haben andere Experten zwar minimale Verbesserungen feststellt. Diese waren nach nur wenigen Tagen jedoch wieder verpufft. Auf den winzigen Festplatten vergangener Tage machte das Defragmentieren noch Sinn. Es ist jedoch nicht mehr notwendig, seit deren Kapazitäten in den höheren Gigabyte-Bereich vorgedrungen sind.  
 
USB-Geräte müssen vor dem Entfernen immer erst deaktiviert werden, Windows muss immer korrekt heruntergefahren werden 
 
Stimmt nicht. Die „PC World India“ hat herausgefunden, dass beides keinerlei negative Folgen hat, vorausgesetzt die USB-Geräte sind im Leerlauf, bzw. keine ungespeicherten Dateien sind noch geöffnet.  
  
 Ohne Bildschirmschoner kann ein Bild auf dem Monitor „einbrennen“  
 
Stimmt nicht. Moderne Farbbildschirme können praktisch nicht einbrennen. Bei diesem Prozess wird eine Phosphorschicht durch ein statisches Bild auf Dauer so überlastet, dass die Umrisse in ihr permanent sichtbar werden, selbst wenn der Monitor ausgeschaltet ist. Das ist im Grunde genommen nur bei Röhrenmonitoren möglich. Theoretisch können auch Plasmabildschirme einbrennen, allerdings verschwindet das eingebrannte Bild bei ihnen wieder. LCDs leiden überhaupt nicht an diesem Problem, denn sie kommen ohne Phosphor aus. Es kann zwar ein ähnliches Phänomen auftreten, allerdings ist es auch hier nicht irreversibel. Die Notwendigkeit, einen Bildschirmschoner zu benutzen, stammt tatsächlich aus der Zeit der Monochrommonitore. Sie sind inzwischen völlig überflüssig, da sie zudem noch Energiefresser sind, was auch nur wenige Menschen wissen. Experten empfehlen, auf Bildschirmschoner zu verzichten und dafür den Bildschirm nach gewisser Zeit abschalten zu lassen.  
 
Man darf keinen Magnet in die Nähe von Rechnern, Festplatten und Speicherkarten halten 
 
Stimmt nicht. Ein haushaltsüblicher Magnet kann Rechnern gar nichts anhaben. Man kann sie sogar direkt auf Festplatten setzen. Um Hardware etwas anzuhaben muss man schon Labormagnete benutzen, die um ein vielfaches stärker sind. SD- und Flashspeicherkarten sind vor Magneten grundsätzlich sicher. Lediglich Disketten können auch durch schwache Magnete beschädigt werden, aber die benutzt niemand mehr.  
 
Ein Dolby 5.1 System sorgt für Surround Sound  
 
Stimmt nur teilweise. Wer Surround Sound genießen möchte, braucht auch ein entsprechend codiertes Signal als Quelle. Das bieten nur einige DVDs oder Videospiele, schreibt die „PC World India“. Audio-CDs, Fernsehsignale (auch via Satellit) und MP3-Dateien sind generell nur in Stereo und hören sich über ein 5.1. System nicht per se besser an als auf einer Stereo-Anlage.  
 
Laptops sollten nie direkt im Schoß liegen, weil sie Männer unfruchtbar machen  
 
Stimmt nicht, bzw. nicht ganz. Laptops im Schoß können zeitweise zu geringer Spermienanzahl führen berichtet das Magazin „TMI Weekly“ und zitiert eine Studie der Oxford Universität. Laptops erhitzen sich teilweise stark und können so die Temperatur der Hoden erhöhen. Das wiederum hemmt den Prozess der Spermatogenese. Langfristige Schäden können allerdings nicht entstehen. 
 
Das was ein Normalsterblicher von seinem persönlichen Computer versteht ist dürftig. Was hinter dem Gehäuse passiert können die meisten nur erahnen, Einfluss nehmen sowieso nicht. Ein idealer Nährboden für Mythen rund um den Computer. Wir sind einigen auf den Grund gegangen:  
 
 Der Mac ist sicher  
 
Viele Mac-Benutzer vertrauen ihrem System blind. Sie fühlen sich allein dadurch vor Cyber Attacken gefeit, da sie einen Mac benutzen. Die Anzahl an Schadprogrammen für Mac-Computer ist tatsächlich auch sehr viel kleiner als die für Windows-Systeme (inzwischen weit über eine Millionen Schadprogramme) Nur gefeit vor Angriffen ist der Mac User längst nicht mehr ! Grund ist die zunehmende Beliebtheit des Mac unter den Endverbrauchern. Mac OS X hat mittlerweile einen Marktanteil von 10 Prozent erreicht. Seitdem der Mac kein Aussenseiter mehr ist, interessieren sich auch die Hacker zunehmend für das Macintosh Betriebssystem.

Ein deutliches Anzeichen dafür, dass Macs zunehmend interessanter für Cyber Attacken werden, ist ein speziell für den Mac entwickelter Trojaner-„Bausatz“, der im Internet kursiert. Er ermöglicht es Hackern sehr einfach immer neue Schadprogramm-Varianten zu entwickeln. Seitdem die Installation von Windows auf Mac-Computern möglich ist, können Macs auch für Windows Viren anfällig sein. Ohne Sicherheitssoftware kann sich der Mac im Bereich der Windowsapplikationen infizieren. Mac-Anwender sind auch nicht vor Sicherheitslücken im Browser gefeit: 22 Sicherheitslücken gab es beim Apple Safari-Browser innerhalb eines Halbjahres. Über Schwächen im Browser kann Schadcode auf den Rechner des Anwenders eingeschleust werden. Dies geschieht häufig durch unauffällig infizierte Webseiten, auf denen verschiedene Trojaner auch für die unterschiedlichen Betriebssysteme hinterlegt wurden.


Für das IBM Team X-Force Research ist das Betriebssystem Mac Os X derzeit das angreifbarste Betriebssystem. Das Team zählte die Fehlerbehebungen der Hersteller in Relation zu der Gesamtanzahl von offiziell gemeldeten Sicherheitslücken. Im Fall von Mac-OS X und OS X Server blieben demnach 14,3 Prozent der Probleme offen. Innerhalb von 6 Monaten wurden im Betriebssystem Mac OS X 86 Sicherheitslücken entdeckt – ein Anstieg von fast 46 Prozent. Auch die Zeit bis ein Patch für die aufgetretene Sicherheitslücken entwickelt ist, sei bei Apple mit 79 Tagen im Durchschnitt sehr hoch, wie das IT Softwareunternehmen Symantec in einer Pressemeldung hervorhebt.


Nach wie vor aber gilt, dass der Mac Os Anwender deutlich sehr viel seltener Cyber Attacken ausgesetzt wird als der Windows Anwender. Die Unsicherheiten für Mac User nehmen aber stetig zu. 
 
Linux ist sicher  
   
Auch Open Source Entwicklern unterlaufen beim Schreiben von mehreren Millionen Codezeilen Fehler. Der jährlich von der US Regierung herausgegebene Cyber Security Bulletin fand im Jahr 2005 bei Unix/ Linux sogar deutlich mehr Sicherheitslücken als bei Windows. Das Open Source Lager betont aber, dass ihre Sicherheitslücken nicht so schwerwiegend seien, wie Programmfehler in der Windows Software. Ein Mythos aber ist es, dass sich Open Source Nutzer in Sicherheit wiegen dürfen.  
 
Wenn der USB Stick plötzlich herausgezogen wird, gehen Daten verloren  
 
Der USB Stick darf ohne Bedenken und ganz ohne das als ordnungsgemäss empfundene Abmelden entfernt werden. Daten gehen nur dann verloren, wenn der Computer genau im Moment des Entfernens Daten auf die Festplatte des USB Sticks schreibt oder wenn noch nicht alle Daten auf den Datenträger geschrieben wurden.  
 
  IT ist umweltfreundlich  
 
Mehr als eine Milliarde Computer weltweit erzeugen rund zwei Prozent der CO2-Emissionen und damit ebenso viel wie die Luftfahrtindustrie, sagt eine Studie der Umweltorgansisation Global Action Plan. Auch der Papierverbrauch ist im Computerzeitalter stark angestiegen.  
 
MS DOS ist eine Erfindung von Microsoft  
  
Nachdem Microsoft eine Vertrag mit IBM über die Lieferung eines Betriebssystem für Einzelplatzrechner abgeschlossen hatte, lizenzierte Bill Gates von dem kleinen Softwareunternehmen Seattle Computers Products (SCP) ein Betriebssystem mit dem Namen QDOS. Diese Software wurde leicht verändert als MS Dos an IBM übergeben. Während die nachfolgenden Betriebssysteme von Microsoft noch alle auf QDOS aufbauten, sind Windows NT und die weiteren darauf basierenden Microsoft-Betriebssysteme keine Weiterentwicklungen von QDOS/MS DOS.


(Quelle: neues.online/raso/werg)

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