Ersäuft die Erde?

Veröffentlicht auf von Radio Sonnenschein

Wer kann, sollte sich schon mal ein Haus in den Bergen kaufen.

Experten halten es für möglich, dass die Arktis bereits diesen Sommer erstmals eisfrei wird. Auf den Meeresspiegel wirkt sich das noch nicht direkt aus. Wenn sich aber zugleich auch erhebliche Eismassen von Grönland und der Antarktis verflüssigen, dann steigt der Meeresspiegel unweigerlich. Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts halten die Glaziologen denn auch einen Anstieg um einen Meter bereits für wahrscheinlich.

Geologisch betrachtet wäre das nichts Besonderes. Auf dem Höhepunkt der letzten Eiszeit etwa, als großen Wassermengen auf den Kontinenten gebunden waren, lag der Meeresspiegel noch um 120 Meter unter dem heutigen Niveau. Wohingegen in früheren heißen Erdzeiten vor 50 bis 100 Millionen Jahren, also noch lange vor der Phase der Eiszeiten, der globale Wasserpegel um 70 Meter höher reichte.


Milliarden Menschen würden vertrieben

In einer von Menschen eher überbevölkerten Erde sind das natürlich, wer hätte es gedacht, dramatische Perspektiven. Demografen haben abgeschätzt, wie viele Menschen vom steigenden Meeresniveau betroffen wären. Ein Drittel der Erdbevölkerung lebt heute unterhalb einer Meereshöhe von 100 Metern. Das Festland erhebt sich zwar im Mittel um 800 Meter über den Meeresspiegel, aber nur ein Sechstel der Gesamtbevölkerung lebt oberhalb dieser Marke.

Die denkbare Maximalüberflutung aller Kontinente bis zu 70 Metern über dem heutigen Meeresspiegel würde also mehrere Milliarden Menschen ins jeweilige Landesinnere vertreiben. Nicht nur zahllose Küstenstädte würden untergehen, auch immense Flächen von Ackerland gingen verloren, Hungersnöte und Seuchen würden ausbrechen. Aber selbst wenn alles Eis der Welt erst über viele Jahrzehnte oder wenige Jahrhunderte hinweg schmelzen würde, wäre der Untergang der Zivilisation, so wie wir sie kennen, unausweichlich.


Ob alle die gut gemeinten Maßnahmen gegen den Klimawandel diesen Trend aufhalten können? Sicher ist: Noch vor zehn Jahren hätte niemand die Vorhersage riskiert, der Nordpol könnte im Sommer einmal eisfrei werden. Die Verrücktheiten von gestern sind die Realitäten der Gegenwart.


(Quelle: geolog/werg)

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