Eine Überraschung in den Ringen

Veröffentlicht auf von Radio Sonnenschein

... erlebt man derzeit innerhalb des Ringsystems beim genauen Hinsehen. Das innerhalb des G-Rings entdeckte Moonlet war bisher nicht nur unbekannt, man sieht in ihm auch eine (Haupt)-Quelle des Rings.

(Der Begriff „Moonlet“ ist ein unformeller Ausdruck für einen besonders kleinen, natürlichen Satelliten und wird in diesem Zusammenhang nicht nur im Bezug auf das Saturnsystem benutzt)

Nachgewiesen wurde der nur etwa 500 Meter große Körper in einer Serie von Aufnahmen, die über einen Zeitraum von 600 Tagen entstanden. Um ihn direkt aufzulösen, ist der Mond zu klein, so dass seine ungefähre Größe durch Helligkeitsvergleiche mit Pallene, einem anderen Kleinstmond, abgeleitet wurde. Vor diesem Nachweis war der G-Ring der einzige, der nicht klar mit einem der bekannten Monde assoziiert werden konnte.



Der neu beobachtete Mond macht sich als schwache, Stecknadelkopf große Aufhellung innerhalb des Rings bemerkbar

Benannt wurden die Ringe in der Reihenfolge ihre Entdeckung. Von innen nach außen werden sie mit D, C, B, A, F, G und E bezeichnet. Der G-Ring ist einer der äußern, diffusen Ringe, in ihm befindet sich ein relativ heller, 250 km breiter Streifen Ringmaterials, der mit 150.000 km Ausdehnung etwa ein Sechstel des Ringumfanges erreicht.

Erstmals aktenkundig wurde der kleine Geselle Mitte August 2008. Eine gezielte Suche zeigte ihn daraufhin auch schon auf zwei früheren Aufnahmen. Seither wurde er mehrfach auf Bildern nachgewiesen, zuletzt am 20.02.2009. Mimas, der weitaus größere Mond wirkt störend auf den Orbit des bisher noch namenlosen Körpers, ist aber zugleich auch für das Zusammenhalten des 150.000 km langen Ringbogens verantwortlich.

Weitere Moonlets innerhalb des G-Rings können zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden. Frühere Cassinimessungen des Rings implizieren das Vorhandensein einer Population von Partikeln mit Größen zwischen einem und 100 Metern. Meteoroiden Einschläge auf ihnen und Kollisionen untereinander könnten das Material des Ringbogens liefern.

Im Frühjahr des kommenden Jahres wird Cassini einen genauen Blick auf den Ringbogen und den kleinen Mond werfen können, es wird erwartet, dass die Equinox-Mission bis Herbst 2010 andauern wird.  

Unterdessen gibt es auch eine Überraschung in den Dünen, denn nach vier Jahren des Sammelns von Radarbildern und Daten über die großen Dünenfelder auf Titan, steht nicht nur eine globale Karte, sondern auch eine echte Überraschung.

So wie auf der Erde, eignen sich auch Titans’  Dünenfelder, die generelle Windrichtung anhand der jeweiligen Ausrichtung zu bestimmen. Jedoch bestehen sie auf dem Saturnmond nicht aus Sand. Man unterstellt den Dünen, aus Kohlenwasserstoffanteilen aufgebaut zu sein, die zuvor in der dichten Mondatmosphäre existierten. Die Grundorientierung der Dünenkämme auf dem Saturnmond weist eine Ost-West-Richtung auf, wie schon seit den ersten Missionsmonaten bekannt ist, und auch durch die jüngst vorgelegte Gesamtkarte bestätigt wurde.


Die Pfeile zeigen die Richtung an, in der die Partikel entlang der Dünen transportiert werden. Die Lagebestimmung der Dünen stellt letztlich eine Art Nettoeffekt der Winde dar. Der Sandtransport muss nicht dauerhaft – er könnte auch nur bei seltenen Gelegenheiten - stattfinden.

Überraschenderweise zeigen einige Charakteristika jedoch, dass nahe der Oberfläche der Wind Richtung Osten weht, und nicht umgekehrt. Das bedeutet also, dass die oberflächennahen Winde des Titan in die entgegengesetzte Richtung wehen, als die bisherigen globalen Zirkulationsmodelle dies erwarten lassen.

Grundsätzlich ist es nicht so einfach, die Windrichtung auf Titan zu bestimmen, schließlich existieren im Bereich der großen Dünenfelder kaum Wolkenstrukturen. Wolken sind - wenn überhaupt - in den Polregionen zu beobachten. Somit verbleibt nur die Möglichkeit, anhand der jungen und dynamischen Dünenformationen und ihren Eigenschaften, etwas über die herrschenden globalen Windverhältnisse zu erfahren.

Dabei sind durchaus auch Interaktionen mit topografischen Gegebenheiten zu beobachten, auch treffen die Winde aus mehreren Richtungen auf die Dünen, doch in großen Skalen betrachtet, ergibt sich eine generell einheitliche Orientierung der Dünen.

In die Erfassung flossen etwa 16000 einzelne Dünensegmente aus 20 Radaraufnahmen ein. Auffällige hohe Dünenansammlungen sind rund um die Äquatorzone auszumachen, vermutlich, weil die in den dortigen Breitengraden herrschenden trockenen Wetterverhältnisse den Transport des Dünen"sandes" erheblich unterstützen.


(Quelle: kosmologs.de/werg)

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