Herzinfark

Veröffentlicht auf von Radio Sonnenschein

Ein einfacher Test bringt Klarheit...

Jeden Tag erleiden mehr als 800 Menschen in Deutschland einen Herzinfarkt. Oft genug kommt er wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Ähnliches gilt für Schlaganfälle: Bis zum lebensbedrohlichen Kollaps waren die Betroffenen vermeintlich "kerngesund".

Doch meist sind Herzinfarkt und Schlaganfall Folge eines jahrelangen Krankheitsprozesses, der Arteriosklerose. Dabei lagern sich in den Blutgefäßen Kalk und Fett ab. Die Ablagerungen verengen die Arterien oder können sie sogar ganz verschließen. Ein Verschluss im Gehirn bzw. an der Zuleitung zum Gehirn löst dann einen Schlaganfall aus. Sind die Herzkranzgefäße verengt oder verschlossen, kommt es zu Angina Pectoris („Brustenge“) oder sogar einem Herzinfarkt.

Auch Durchblutungsstörungen in den Beinen können bei der Arterienverkalkung auftreten und führen zur "Schaufensterkrankheit". Diese Bezeichnung rührt daher, dass für manche Betroffenen jeder kleine Weg nur noch unter Schmerzen gelingt. Sie müssen buchstäblich vor jedem Schaufenster stehen bleiben. Der Grund: Ein Verschluss oder eine Einengung der Arterien in den Beinen führt zur Minderdurchblutung der Muskeln und damit zu Schmerzen. Hinweise auf Durchblutungsstörungen sind außerdem ein Taubheitsgefühl oder eine blasse oder bläulich verfärbte Haut. Im fortgeschrittenen Stadium ist die Durchblutung so weit vermindert, dass Gewebe absterben kann. Die Amputation droht.

Bei jedem Menschen im höheren Lebensalter ist die Arteriosklerose mehr oder weniger fortgeschritten. Beschleunigt wird dieser Prozess jedoch durch zusätzliche Risikofaktoren. Zu diesen Faktoren zählen Rauchen, hoher Blutdruck, Diabetes, Übergewicht, Bewegungsmangel und Stress.
Dazu wird ganz einfach der Blutdruck gemessen – am Arm und am Knöchel – und diese beiden Werte werden verglichen.

Doch wie erkennt man nun, wie es um die eigenen Arterien steht?

Immerhin neun von zehn Betroffenen merken nicht, dass sie Durchblutungsstörungen haben. Die gute Nachricht: Es gibt einen einfachen Test, mit dem man den Zustand der Arterien verlässlich einschätzen kann. Die Messung am Arm erfolgt nach üblicher Art und Weise mit Blutdruckmanschette und Stethoskop. Für die Messung am Knöchel wird dort ebenfalls eine Manschette angelegt.

Den so genannten Verschlussdruck bestimmt man dann mit der "Doppler-Sonographie", einer speziellen Ultraschall-Methode. Aus diesen beiden Druckwerten errechnet sich schließlich der so genannte „Knöchel-Arm-Index“: Der Blutdruckwert der Knöchelarterie wird durch den am Arm gemessenen geteilt.

Gut ist ein "Knöchel-Wert", der höher liegt als der des Armes. Das bedeutet: Bei einem Quotienten gleich oder größer 0,9 ist alles in Ordnung. Ein kleinerer Wert weist jedoch dringend auf eine Durchblutungsstörung der Beine hin. Und das muss man ernst nehmen, denn heute weiß man: Ältere Menschen mit so einer arteriellen Verschlusskrankheit sind hochgradig gefährdet, innerhalb weniger Jahre an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erkranken oder zu versterben. Wird die Erkrankung jedoch rechtzeitig erkannt, kann das Fortschreiten der Adernverkalkung oft deutlich gebremst und damit auch Komplikationen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall vermieden werden.

Dieser Test ist nicht neu, wird jedoch in der Praxis viel zu selten durchgeführt – auch deshalb, weil Hausärzte dafür nicht ausreichend bezahlt werden. Doch der Test ist nicht teuer: Er schlägt nur mit etwa 15 Euro zu Buche. Somit ist es durchaus machbar, die Untersuchung selbst zu bezahlen. Falls der eigene Hausarzt kein Doppler-Gerät besitzt, kann man sich zu einem Internisten überweisen lassen. Der Test wird für Frauen ab dem 60. Lebensjahr empfohlen, für Männer bereits ab dem 50. Noch eher sollten sich Risikopatienten untersuchen lassen, am besten schon ab dem 40. Lebensjahr. Eine Einschränkung für die Verlässlichkeit des Tests gibt es jedoch für Diabetiker und sehr alte Menschen: Da bei ihnen die Arterien oft sehr starr sind, kann es zu falschen Messwerten kommen.



Adressen & Links

Dr. med. Clemens Fahrig
Gefäßzentrum Berlin-Brandenburg im
Ev.Krankenhaus Hubertus

Spanische Allee 10 – 14
14129 Berlin
Tel.: 030 – 81008 – 223
c.fahrig@ekh-berlin.de

Deutsche Gefäßliga e.V.
Postfach 40 38
69254 Malsch b. Heidelberg
Tel.: 07253 - 262 28
info@deutsche-gefaessliga.de

Termine des Arteriomobils und Anschriften der Selbsthilfegruppen „Arterielle Verschlusskrankheit“ erhalten Sie über:

AVK-SELBSTHILFEGRUPPEN-Bundesverband e.V.
Manfred Pfeiffer
Bundesgeschäftsführer
An der Oberhecke 34
55270 Sörgenloch/Mainz
Tel.: 06136 - 92 40 50
avk.bv.mp@t-online.de

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